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Musik und Medizin

am 27. März 2011 ab 17 Uhr

Schloss Braunshardt

Schloßgartenstr.2, in Weiterstadt-Braunshardt

celloDorothea von Albrecht, Violoncello, und Peer Findeisen, Klavier,

spielen Werke von

Manuel de Falla, Astor Piazzolla und Claude Debussy

Die Gastroenterologen Dr. med. Alexander Hurst und Dr. med. Benjamin Simonis aus Darmstadt informieren und präsentieren neue medizinische Erkenntnisse zum Thema Sodbrennen, Reizdarm und Darmkrebsvorsorge

Eintritt 10,00 Euro

Kartenvorverkauf in der Praxis Dr. Hurst - Dr. Simonis, Frankfurter Str.3 in Darmstadt

Stadtbüro Weiterstadt, Darmstädter Str. 20a; Stadtbüro Gräfenhausen, Schlossgasse 11

Eine gemeinsame Veranstaltung von

Fachinternistischer Gemeinschaftspraxis Dr.Hurst und Dr. Simonis, Frankfurter Str.3, Darmstadt;  Familien-, Frauen- und Seniorenbeauftragte Monika Reif-Myrzik, Riedbahnstr. 6, in Weiterstadt Tel 06150 4001010 oder 1011.

 


Klavierkonzert

 

 

 

EINTRITT FREI!

 

 

 

 


© Vorhang auf!


26. November 2009 | Von Petra Neumann-Prystaj

 

Darmkrebs: Spiegelung ist der Goldstandard

ECHO-Telefonsprechstunde: Experten informieren über Vorsorge-Methoden und richtige Ernährung - Spätestens alle zehn Jahre zur Vorsorgeuntersuchung

,,Muss ich denn wirklich eine Darmspiegelung machen lassen? Gibt es keine angenehmere Methode zur Erkennung von Darmkrebs?" Das war am Dienstagabend die am häufigsten gestellte Frage während der zweistündigen Telefonsprechstunde in der ECHO-Lokalredaktion.

Medizinische Laien stellen sich das Einführen eines 13 Millimeter dicken, flexiblem Endoskops in den Dickdarm ziemlich schmerzhaft vor. Doch fast noch unangenehmer ist ihnen der Gedanke, ihren Darm komplett entleeren zu müssen, was vor dieser Untersuchung unerlässlich ist.

Darmkrebs-Aktion Doktor, übernehmen Sie: Am Dienstagabend wurde die Lokalredaktion zwei Stunden lang zur Arztpraxis. Über das Thema Darmkrebs und den Ablauf einer Darmspiegelung informierten vier medizinische Experten Leserinnen und Leser am Telefon. Die Anrufer waren zwischen 41 und 84 Jahre alt. Auf unserem Bild von links: der niedergelassene Gastroenterologe Benjamin Simonis, Wolfgang Wahl, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Elisabethenstift, Oberärztin Annette Hildebrand von derselben Klinik und Andreas Große, Sektionsleiter Gastroenterologie und Endoskopie am Evangelischen Krankenhaus Elisabethenstift. Foto: claus völker

Die Antwort der vier Experten - Chefarzt Wolfgang Wahl, Andreas Große, Sektionsleiter Gastroenterologie , Oberärztin Annette Hildebrand (alle vom Evangelischen Krankenhaus Elisabethenstift) sowie des niedergelassenen Gastroenterologen Benjamin Simonis - fiel einheitlich aus. Der ,,Goldstandard" aller Untersuchungsmethoden sei nun einmal die Darmspiegelung. Allerdings könne diese Koloskopie heutzutage so gut wie schmerzfrei durch geführt werden - nur ein kleiner Eingriff, der aber möglicherweise ein Leben rettet.

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart bei Männern und Frauen. Daran sterben jährlich etwa 30 000 Patienten. Im Anfangsstadium bereitet er keine Beschwerden und kann noch geheilt werden. Sobald er sich aber durch Schleim- und Blutabgang bemerkbar macht, wird es kritisch.

Bei den bequemeren Untersuchungen auf verstecktes Blut im Stuhlgang (Stuhlbriefchen) kann nur festgestellt werden, ob etwas blutet. Die Ursache können Divertikel (Darmausstülpungen), Durchblutungsstörungen des Darms bei älteren Menschen, Geschwüre als Folge der Einnahme von Medikamenten oder eben Polypen sein. Diese zunächst gutartigen Schleimhautwucherungen gelten - im Gegensatz zu den Divertikeln - als potenzielle Vorläufer von Darmkrebs.

Zwei Drittel aller Polypen werden im unteren Drittel des etwa 90 Zentimeter langen Dickdarms gefunden. Nur, wenn die Fachärzte (Gastroenterologen, spezialisiert auf Magen- und Darmkrankheiten) das Endoskop wegen einer Engstellung oder Schlingenbildung nicht durch den Dickdarm schieben können, werden Computertomographie oder Kernspintomographie angewandt. Die Nachteile: Bei diesen virtuellen Verfahren können keine Gewebeproben entnommen werden. Auch lässt die Genauigkeit der Darstellung bei Polypen unter 5 Millimeter zu wünschen übrig.

Die Darmspiegelung wird ab einem Alter von 55 Jahren als Vorsorgeleistung empfohlen und von den Kassen bezahlt. Doch nur drei bis fünf Prozent der Berechtigten nutzen sie.

Viele Patienten, so die Erfahrung der vier Experten aus Darmstadt, empfanden die Spiegelung selbst als unproblematisch. Freilich kostete die Darmentleerung mittels einer ,,tolerabel" nach Brause schmeckenden Spüllösung empfindsame Naturen große Überwindung.

Vor der Untersuchung bekommen die Patienten eine Spritze, so dass sie sich während des Geschehens in einer Art Dämmerschlaf befinden. Sie spüren nicht, dass der Darm wie ein Schlauch mit Luft aufgepumpt wird, sie sehen nicht, wie der Arzt an einem Bildschirm die Aufnahmen der Darmwände begutachtet.

An der Spitze des Endoskops befindet sich nämlich ein Videochip, der Bilder auf einen Monitor überträgt. Während der Untersuchung können Gewebeproben entnommen oder kleinere Polypen mit einer Schlinge entfernt werden. Einige Anruferinnen - Frauen waren wie immer bei den ECHO-Telefonaktionen zu medizinischen Themen in der Mehrzahl - wollten wissen, ob die Koloskopie auch bei Menschen mit Herz- und Nierenproblemen durchgeführt werden kann. Dies wurde von den Experten bejaht.

Die Darmspiegelung sollte alle 10 Jahre wiederholt werden. Wenn Polypen abgetragen wurden, wird alle drei Jahre eine Nachkontrolle empfohlen.

Die Ursachen von Darmkrebs, der vor allem den Dickdarm, seltener den Dünndarm befällt, sind nicht klar. Als mögliche Ursachen werden die lange Kontaktzeit des Stuhls mit der Darmwand und die Bakterien_Zusammensetzung diskutiert. Fest steht allein, dass die Ernährung eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Entstehung von Darmkrebs spielt.

Risikofaktoren sind Vererbung (10 bis 15 Prozent), Alkoholkonsum und deutliches Übergewicht. Durch eine gesunde Lebensführung kann man das Erkrankungsrisiko weiter vermindern: Verzicht aufs Rauchen, viel Bewegung, fettarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse.

Aus einer Untersuchung geht hervor, dass die Zahl der an Darmkrebs gestorbenen Menschen bei den rund um das Mittelmeer lebenden Völkern 17 bis 45 Prozent niedriger ist als bei anderen Völkern. Dies wird auf die gesunde ,,mediterrane Kost" zurückgeführt: mehr weißes als rotes Fleisch, Fisch, Olivenöl für die Zubereitung der Speisen, wenig und nur fettarme Milch.

Den liebenswürdigsten Anruf des Abends bekam Chefarzt Wahl. Ein Patient, den er zwei Jahre vorher operiert hatte, bedankte sich nachträglich bei ihm, erzählte, dass es ihm gut gehe und wünschte ,,Frohe Weihnachten".

Qualitätsnetz Gastroenterologie Hessen
Darmzentrum im Elisabethenstift Darmstadt

Gastroenterologie Hessen